Die Folgen des Krieges

Die tatsächlichen Folgen des Einsatzes internationaler Truppen, der Milliardeninvestitionen und des jahrelangen Wiederaufbauprogramms scheint Afghanistan bei der kommenden Wahl zu spüren bekommen.

Während der ehemalige US-amerikanische Präsident Bush seinen ‚War on Terrorism‘ internationalisierte, sah sich auch NATO-Mitglied Deutschland gezwungen, Soldaten ins Kriegsgebiet zu schicken. „Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigen“ hiess es dann, das „geläuterte Volk der Deutschen“ müsse gegen Unrecht ins Felde ziehen. Was nobel klingen mag, waren fadenscheinige Ausreden, um den Kriegseinsatz einer deutschen Armee legitimieren zu können. Nicht nur können Sicherheitsexperten durch den Krieg keine Senkung des Risikos für Deutschland erkennen (eher gegenteilig), nicht einmal das von Unrecht durchzogene Land Afghanistan selbst scheint positive Folgen aus dem Krieg ziehen zu können.

Symptomatisch für das Versagen des Krieges stehen die kommenden Wahlen in Afghanistan. Wenn auch die Medien hierzulande gern von freiheitlichen oder demokratischen Wahlen reden, sprechen Diplomaten im Land intern schon von einer ‚Wahlfarce‘, während Wahlbeobachter sogar noch klarere Worte finden: „“Wir können hier keine freien und fairen Wahlen garantieren.“

Stimmkauf, Geisterwähler und fehlende Kontrolle sind nur einige der Probleme, mit denen das Land zu kämpfen hat, in dem angeblich durch (auch deutsche) Soldaten die Demokratie Einzug gehalten hat. Vor allem der westlich unterstütze Präsident Karzai gerät immens in die Kritik der Wahlbeobachter.

Ein Krieg für die Demokratie? Das Urteil scheint gefällt.