Archiv für Dezember 2009

Kopenhagen fällt und feiert sich

Jetzt scheint es also amtlich: Ein völkerrechtlich bindendes Klimaabkommen wird es in Kopenhagen nicht geben. Nachdem sich die Chefs der 30 führenden Nationen auf eine gemeinsame politische Erklärung geeinigt haben, steht nun fest, dass die Klimakonferenz von Kopenhagen kein Erfolg werden wird.

Und das hat Folgen. Nicht umsonst wurde die Konferenz schon vor Beginn als historisch, entscheidend, ja sogar als einzigartig maßgebend bezeichnet. Jetzt, da ihr Misserfolg besiegelt ist, scheint auch das Schicksal des Planeten ein für alle Mal festzustehen.

Wirksame Vereinbarungen, Sanktionmöglichkeiten, eine eindeutige Verständigung auf ein wichtiges Ziel – all das versuchen Spitzenpolitiker der Führungsstaaten zwar in der politischen Absichtserklärung zu erkennen, doch mehr als eben nur die Absicht wird am Ende der Konferenz nicht schriftlich festgehalten werden können.

Eins ist jedenfalls klar: Bleibt es bei diesem Ergebnis, ist die Klimakonferenz gescheitert. Doch etwas anderes war kaum zu erwarten.

Nachtrag: Die politische Abschlusserklärung wurde vom Plenum der Konferenz „zur Kenntnis genommen“. Der Gipfel hat versagt.

UMWELTminister?

Darf sich der amtierende CDU-Umweltminister Röttgen eigentlich tatsächlich noch als solcher bezeichnen? Nachdem er ja schon fragwürdigerweise die Führungsrolle beim Ausstieg aus dem Atomausstieg einnahm und die Atomkraft als „Brückentechnologie“, spricht er sich nun offen für neue Kohlekraftwerke in Deutschland aus.

„Bis wir das Zeitalter der regenerativen Energien mit einer nahezu vollständigen Versorgung erreicht haben, braucht es auch noch Übergangstechnologien“, sagte Röttgen. Dass Kohlekraftwerke aber mit einer vorraussichtlichen Laufzeit von 40 oder sogar 50 jahren gebaut werden, scheint für den CDU-Politiker keine Rolle zu spielen. Während sich die BRD in Kopenhagen zu einer Reduktion der CO2-Emissionen um bis zu 40% verpflichten will, plant Röttgen schon den perfekten Gegenspieler für alle Klimafreunde.

Durch die neuen Kohlekraftwerke wird eine emissionsärmere oder neutrale Wirtschaft auch in den nächsten Jahrzehnten kaum zu erreichen sein. Dass der Klimawandel dann aber schon nicht mehr aufzuhalten wird, scheint zumindest Herrn Röttgen vollkommen egal zu sein.